Wie trackt Google Analytics deine Webseiten-Besucher?

Google Analytics sammelt viele verschiedene Informationen über deine Website-Besucher und trackt ihre Interaktionen mit deiner Webseite.

In Google Analytics siehst du dann wie viele Besucher deine Webseite hatte, wo deine Besucher herkommen und wie lange sie auf welcher Seite waren.

Hat sich dir schon mal die Frage gestellt… 

Woher hat Google Analytics eigentlich die Informationen?

Wenn ein Besucher das erste Mal auf deine Website kommt, erstellt Google Analytics in seinem Browser ein Cookie

Ein Cookie ist nichts anderes als eine kleine Datei, in der steht „Ich bin der Nutzer mit der ID 123“. 

Wenn ein Website-Besucher deine Website mit demselben Browser erneut öffnet, kann Google Analytics ihn wiedererkennen, weil es die ID schon einmal gesehen hat. Die Cookie-ID jedes Website-Besuchers wird mit jeder Information mitgesendet, die Google Analytics trackt.

Das sieht folgendermaßen aus:

Was passiert also auf deiner Webseite?

Der Besucher öffnet jetzt also deine Startseite und Google Analytics gibt ihm eine eindeutige Nummer.

Dieser erste Seitenaufruf deines Besuchers ist auch seine erste Interaktion mit deiner Website. 

In diesem Moment startet er eine neue Sitzung (Session). 

Jetzt stöbert er durch deinen Online Shop, legt ein Produkt in den Warenkorb und liest eine Produktbeschreibung. 

All diese Interaktionen gehören zur selben Sitzung (Session). 

Dann verlässt der Besucher deine Website wieder und die Session ist beendet.

Welche Informationen sammelt Google Analytics?

Interaktionen mit deiner Webseite

Alles was Besucher auf deiner Website machen können, wird in Google Analytics als Hit bezeichnet. Das sind zum Beispiel ein Seitenaufruf, ein Klicks auf einen Button oder ein Kaufabschluss. All diese Informationen über das Nutzerverhalten kommen als „Hit“ in Google Analytics an. Mit jedem Hit wird auch die Cookie-ID des Benutzers gespeichert. 

Sitzungen (Sessions)

Aufeinander folgende Interaktionen (Hits) mit deiner Website fügt Google Analytics zu einer Sitzung zusammen. Während einer Sitzung kann der Besucher auf viele verschiedene Arten mit deiner Seite interagieren.

Google Analytics hat einige Kriterien, wann eine Session beendet und eine neue gestartet wird. Und zwar…

Eine Sitzung (Session) gilt als abgeschlossen:

  • wenn der Besucher sein Browserfenster wieder schließt
  • wenn er auf eine neue Werbeanzeige klickt und auf deine Website geleitet wird
  • wenn er 30 Minuten lang nichts auf deiner Website gemacht hat
  • um Mitternacht

Google Analytics schaut sich alle Hits an, die eingegangen sind und prüft die Kriterien. Dann werden die Hits so zu Sessions zusammengefügt, dass alle Kriterien erfüllt sind.

Wenn ein Besucher nach dem Ende einer Sitzung wieder auf deine Website kommt und mit ihr interagiert, startet automatisch eine neue Sitzung.

Nutzer (User)

Derselbe Besucher kann natürlich auch mehrmals auf deine Seite kommen und eine neue Sitzung starten. Durch die Cookie-ID kann Google Analytics ihn wiedererkennen. Er wird dann als „wiederkehrender Nutzer“ gezählt.

Der Scope von Informationen in Google Analytics

Wir haben also 3 Ebenen auf denen Daten in GA gespeichert werden:

  1. Welche Interaktion hat der Website-Besucher ausgeführt? Welcher Hit war das?
  2. Welche Session hat der Besucher gestartet?
  3. Was ist das für ein Besucher auf meiner Website?

Alle Informationen, die Google Analytics trackt, werden einer dieser Ebenen zugeordnet. Die Ebenen werden als “Scope” bezeichnet. 

Damit ist der Umfang der Informationen gemeint:

  • Worauf beziehen sich die Information?
  • Was beschreibt die Information näher?

Das hört sich ziemlich kompliziert an, ist es aber gar nicht 😉 Damit du mir besser folgen kannst, hier zwei Beispiele: 

Beispiel 1

Ein Website-Besucher klickt auf den Button „Nachricht senden“. 

Damit wird ein Ereignis an Google Analytics gesendet. Das Ereignis heißt in dem Fall „NachrichtGesendet“. 

Diese Information über das Ereignis ist „Hit-scoped“, denn sie beschreibt eine Interaktion (den Klick auf den Button) mit der Website näher. Sie trifft aber keine eindeutige Aussage über die gesamte Sitzung (Session). Denn in einer Sitzung kann der Besucher ja mehrere Interaktionen tätigen. Auch über den Besucher (Nutzer) trifft der Name des Ereignisses keine Aussage. Der Hit kann jedoch einem Nutzer zugeordnet werden, denn die Cookie-ID wird mit jedem Hit mitgesendet.

Beispiel 2

Ein potentieller Kunde klickt auf eine Facebook Anzeige und gelangt auf deine Website und startet dort eine Sitzung (Session). 

Die Information “Besucherquelle” ist in dem Fall „Facebook“. Die Information ist „session-scoped“, denn sie beschreibt die Session näher. Was ist die Quelle dieser Sitzung? Eine Session kann nur eine Quelle haben. 

Es wird jedoch keine Aussage über Ereignisse getroffen, die der Besucher auf der Website vornimmt und auch nicht über den Nutzer selbst.

Was bedeuten die Scopes in Google Analytics für dich?

Wenn du mit Google Analytics Daten arbeitest, ist es elementar zu wissen, welchen Scope die Informationen haben, die du analysieren möchtest. 

Den Scope musst du besonders beachten, wenn du deine Daten oder Reports individualisieren möchtest.

Benutzerdefinierte Reports

In Reports solltest du nur Dimension-Metrik-Kombinationen analysieren, die denselben Scope haben.

Bei den Standard-Reports achtet Google Analytics selbst darauf, dass die Scopes stimmen. Die gute Nachricht: Hier kannst du nichts falsch machen. 

Wenn du dir aber einen benutzerdefinierten Report erstellst, musst du darauf achten, dass die von dir gewählten Dimensionen und Metriken denselben Scope haben, damit du die Zahlen sinnvoll interpretieren kannst.

In diesem Beispiel stimmen die Scopes nicht überein

Die verwendete Dimension ist Hit-scoped, während die Metrik Session-scoped ist. 

Das muss ein Warnsignal für dich sein, wenn du die Zahlen interpretierst! 

In diesem Report siehst du NICHT wie oft eine Seite insgesamt Teil einer Session war oder aufgerufen wurde! Du siehst hier, wie oft eine Session mit einer bestimmte URL gestartet wurde.

beispiel hit scope und nutzer scope in google analytics

Die Kombination von Hit-scoped und Nutzer-scoped Dimensionen und Metriken ist weniger gefährlich.

Dieser Report ist absolut sinnvoll zu interpretieren.

Erinnere dich daran, das mit jedem Hit auch die Cookie-ID mit an Analytics gesendet wird! Damit kann Analytics einen Hit immer mit einem Besucher verknüpfen und die Daten bleiben sinnvoll. 

Trotzdem solltest du auch hier die Ergebnisse immer hinterfragen!

zulässige scope kombinationen in google analytics reports

Benutzerdefinierte Dimensionen

Wenn du ein neues Google Analytics Tracking aufsetzen möchtest, musst du dir darüber Gedanken machen, wie du die Daten analysieren möchtest. 

Informationen, die du zusammen mit anderen auswerten möchtest, müssen denselben Scope haben. 

Die standardmäßig getrackten Dimensionen und Metriken in Google Analytics haben bereits einen definierten Scope. Wenn du dir jedoch selbst benutzerdefinierte Dimensionen anlegst, dann musst den Scope selbst festlegen. Und dann solltest du natürlich wissen, welchen Scope die Dimensionen haben.

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Überblick über die Funktionsweise von Google Analytics geben.

Sind bei dir noch Fragezeichen im Kopf? Dann schreib sie in die Kommentare! 🙂

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